Die nordhessische "Bodenständigkeit" erzeugte
eigene Ausgangsvoraussetzungen bei der industriellen Entwicklung, die sich
in der Unternehmenskultur widerspiegelt. Die Industrialisierung auf dem Land
mit einer teilweise "importierten"’ Führungselite brachte
andere Unternehmenskulturen hervor, als dies in der Stadt möglich gewesen
wäre. Hierzu gehörte u.a. auch die enge Bindung zwischen Unternehmen
und Standort, die eine hohe Identifikation der Arbeiter mit der Firma mit
sich brachte. Beispiel hierfür war unter anderem die sogenannte "2.
Lohntüte", die beinhaltete, dass Arbeiter Materialien aus dem Betrieb
für den Privatgebrauch abzweigten und dies vom Unternehmen geduldet wurde
– u.a. um die soziale Bindung der Arbeiter zu erhöhen.
Auch in Nordhessen gab es Unternehmen, die soziale Leistungen für die
eigenen Arbeiter, aber auch darüber hinaus erbrachten (Beispiel: Sophie
Henschel). Werkssiedlungen für Beschäftigte entstanden u.a. auch
in Rommerode, Bebra, Salzmannshausen in Kassel oder Hessisch-Lichtenau.
Ein anderes Beispiel für Unternehmenskultur ist die Glashütte Süßmuth
in Immenhausen, die in einem einzigartigen Versuch bereits 1970 als selbstverwalteter
Betrieb durch die Mitarbeiter geführt wurde.
nino-Standorte
Hessisches Braunkohle Bergbaumuseum, Borken
Werra-Kalibergbaumuseum,
Heringen
Glas- und Keramikmuseum,
Großalmerode
Glasmuseum, Immenhausen
